jan peters zu seinem film

Alles fing damit an, dass ich in Frankfurt einem Frührentner begegnete, der seine karge Rente aufbesserte, in dem er täglich einen Gruppenfahrschein kaufte, zum Flughafen fuhr und dort ankommenden Reisenden günstige Mitfahrgelegenheiten anbot. Seit dieser Begegnung habe ich begonnen, mich mit den Themen „4. Arbeitsmarkt“ und der Zukunft der Arbeit zu beschäftigen.

So entstand der Kurzfilm „Wie ich ein freier Reisebegleiter wurde“. Aber das Thema war eindeutig zu gross, um sich mit einem Kurzfilm abhandeln zu lassen. Ich entschloss mich, es in einem langen Film weiter zu bearbeiten.

Dabei machte ich die auf den ersten Blick überraschende Beobachtung, dass die Arbeitslosigkeit offenbar auf jeden Fall steigt, egal ob eine Firma nun schlecht läuft und deshalb Leute entlässt oder ob sie gut läuft, in Rationalisierungsmaßnahmen investieren kann und dann auch Leute entlässt.

Die Frage ist, wie unsere Gesellschaft damit umgeht. Gibt es andere Modelle, als unter dem Motto „fördern und fordern“ Millionen von Menschen aus den Arbeitsprozessen auszuschliessen? Als einen zweiten Arbeitsmarkt zu kreieren, in dem die Löhne subventioniert werden? Als mit Beschäftigungsmassnahmen einen dritten Arbeitsmarkt zu erschaffen, in den man zwar abrutschen, aber aus dem man kaum mehr heraus kann?

Gibt es angesichts der Tatsache, dass es nicht mehr genügend Arbeit für alle gibt, Ideen oder Utopien, die einen Ausweg suchen aus der Arbeitsgesellschaft mit ihrer Moral „wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ und über ein würdevolles und selbstbestimmtes Leben ohne den Zwang zur Arbeit nachdenken?

Auf der Suche nach Antworten habe ich während der Dreharbeiten die unterschiedlichsten Menschen mit den verschiedensten Lebensmodellen kennengelernt und bin oft an den überraschendsten Orten auf Ideen gestossen, die am Ende vielleicht sehr viel weniger abwegig sind, als sie auf den ersten Blick erscheinen.